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 Schaals Musiklexikon
Y wie Yamaha
(2015)
Von Hans-Jürgen Schaal
BMW baut auch Blockflöten? Steinway fertigt Tennisschläger? Ist so ein Angebots-Mix denkbar?
Bei Yamaha ist er Realität. Wenn Sie ein Yamaha-Produkt zu Hause haben, könnte das ein Küchenschrank, ein Motorrad oder ein Golfschläger sein. Oder eben eine Blockflöte, ein Klavier oder eine Tuba. Denn Yamaha ist ein Großmischkonzern, ein Konglomerat mit diversen Tochtergesellschaften.
Am Anfang stand dabei die Musik, das war 1887. Am Anfang gab es auch einen leibhaftigen Herrn Yamaha. Der war Feinmechaniker und reparierte in der Regel medizinische Geräte. Bis er eines Tages gebeten wurde, sich ein defektes Harmonium anzusehen – es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Denn von diesem Tag an wollte Torakusu Yamaha (1851-1916) nur noch Harmonium-Instrumente bauen. Schon 1892 verkaufte seine Firma 78 Stück in einem Jahr. Dann folgte die Herstellung von Pianos, Konzertflügeln, Mundharmonikas, Pfeifenorgeln, Elektroorgeln. Ab 1942: Gitarren, ab 1965: Blasinstrumente, später: Schlagzeuge, Keyboards, Synthesizer. Der DX7 von 1983 war ein großes Ding.
Manche denken bei Yamaha an ganz andere Sounds: Motorräder, Bootsmotoren, Quads. In den 1990er Jahren belieferte Yamaha sogar die Formel eins. Auf allen diesen Maschinen, ebenso auf Yamaha-Sportgerät, -Messtechnik, -Lautsprechern, -CD-Spielern usw., prangt dasselbe Logo. Es zeigt – schauen Sie genau hin – drei Stimmgabeln, das Symbol der Musik!
Bei Yamaha kennt man sich aus mit der Macht der Klänge. Zum Beispiel hat der Manager Genichi Kawakami (1912-2002) erst die Motorrad-Produktion initiiert und danach die Yamaha Music Foundation gegründet. Allein deren europäischer Zweig (YMFE) vergab seit 1990 rund 1000 Musikstipendien.
Viele prominente Jazzbläser, Rockdrummer und Klassikpianisten sind Endorser der Yamaha-Instrumente. Der Klavierhersteller Bösendorfer und der Musiktechnik-Lieferant Line6 gehören inzwischen auch zu Yamaha. An den Yamaha-Musikschulen lernen weltweit rund 700.000 Menschen. Die Yamaha-Methode der frühkindlichen Musikerziehung ist in Japan inzwischen sogar populärer als die Suzuki-Methode. (Die haben keine Motorräder, die heißen nur genauso.)
© 2015, 2022 Hans-Jürgen Schaal
© 2015 Hans-Jürgen Schaal |
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